Im Zauberwald

Heute war wunderschönes Wetter. So machten wir drei Mädels (Arlettchen, meine Freundin Franzi und ich) uns auf, ein Stündchen spazieren zu gehen.  Das war der Plan.

Wir besuchten ein nahegelegenes Waldgebiet, in dem einige Teiche liegen. Eine wildromantische Gegend. Teppiche von Buschwindröschen breiteten sich vor uns aus. Frösche quakten an den Weihern, als gellte es, ihr Leben zu retten… Allerdings verstummten sie immer sofort, wenn ich die Videoaufnahmetaste an meiner Kamera drückte, um die beeindruckende  Lautstärke ihrer Konzerte festzuhalten. Ich bin mir nicht sicher, aber es schien, als hörten sie dieses leise „Ping“ das die Kamera dabei macht. Ich hätte Euch gern einen Eindruck davon vermittelt, aber vielleicht klappt es ein Andermal.

Als wir den größten der Teiche umrundeten, trafen wir mehrere Angler, welche, geduldig in der Sonne sitzend, ihr Glück versuchten.

Wir wanderten im Wald an immer kleineren Tümpeln entlang. Teilweise war es sehr schwierig, denn die Tannen drückten sich sehr nahe ans Ufer und so blieb wenig Raum zum Laufen. Und dann entdeckten wir Bäume, welche eindeutig Bissspuren aufwiesen. Obwohl wir es kaum glaubten, vermuteten wir, dass sie von einem Biber herrühren könnten. Wir verliessen unseren Weg und folgten den angenagten Bäumen. Immer mehr von ihnen entdeckten wir und schließlich fanden wir Diese, welche eindeutig beweisen, dass sie von Bibern bearbeitet, beziehungsweise gefällt wurden.

Wir fühlten uns so, wie sich Kolumbus gefühlt haben musste, als er Amerika entdeckt hatte: schlicht großartig. Nach einiger Zeit entdeckten wir einen riesigen Haufen aus aufeinander geschichteten Hölzern: es musste sich um den Bau handeln. Wir waren richtig aufgeregt und hofften, den Biber zu sehen. Was natürlich nicht geschah. Er roch mit Sicherheit Arlettchen und hörte uns herum trampeln.

Arlettchen nutzte die Gelegenheit, sich zu erfrischen.

Schließlich machten wir uns wieder auf den Heimweg. Unterwegs fanden wir Windbruch: zwei wunderschöne Lärchenzweige, welche Franzi selbstlos heim schleppte.

Und wir kamen an wunderschön blühenden Obstgehölzen vorbei.

Und ich entdeckte, dass meine Lieblingsschnecken auch schon wieder emsig unterwegs sind. Husch, husch…

Wir waren natürlich nicht ein, sondern zweieinhalb Stündchen unterwegs, bevor wir wieder im Zaubergarten ankamen.

Aber es hat sich gelohnt.

Und nun wünsche ich Euch eine gute Nacht und biberreiche Träume.

Eure elkesch

 

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update Tag 2 und 3

 

Tja, was soll ich sagen. Gestern war ganz schön was los im Zaubergarten. Die Gärtner haben gewirbelt. Unkraut gejätet, Bäume und Büsche zurechtgeschnitten, zwei Ahörner fielen der Kettensäge komplett zum Opfer. Allerdings waren die  sehr naseweis gewachsen, hielten sich an keinerlei Regeln in der Baumgemeinschaft, sondern stahlen ihren Kollegen Licht und Nahrung. Und ein Flieder, der trotz jahrelanger Warnungen meinerseits, dass er umgesägt werden würde, sollte er sich nicht mehr entschließen können, wieder zu blühen, hat auch ins Gras gebissen, nachdem er nun drei Jahre in Folge nicht ein Blütchen hervorgebracht hatte.

Eigentlich hatten wir auch geplant, dass schon die ersten Tannen gefällt werden sollten. Das fällt mir nicht leicht, aber diese frechen Bäume sprengen sonst meine Gartenmauer. Das darf nicht geschehen, sonst rutscht der Hang nach.

Dafür hatte ich einen zweiten Gärtner geordert, der sich auf Fällungen spezialisiert hat. Als er kam und sah, dass da noch andere Menschen im Zaubergarten werkeln, weigerte er sich doch tatsächlich, seine Arbeit zu verrichten. Nicht etwa, weil er Sorge hatte, dass jemand verletzt werden könnte, nein, er meinte, sie wären Konkurrenz. Was nicht stimmt, denn die Aufgabenfelder waren komplett verschieden. Er wollte erst wieder kommen, wenn die anderen Gärtner nicht mehr hier sind. Was fatal war, denn wir hatten für den Nachmittag schon eine kleine Hilfsarmee von Freunden organisiert, die das Holz der geschlagenen Bäume ordentlich im ehemaligen Schafstall verstauen sollten. Zur Belohnung für diese Arbeit waren bereits vier Kilo Grillfleisch mariniert worden und dieses Fleisch garte seit Freitagabend langsam vor sich hin, damit es schön zart wurde. Ulf und die Helferlein nahmen es später zum Glück auf sich, das Fleisch ohne vorherige Arbeit zu verspeisen. Sie waren zu diesem selbstlosen Einsatz bereit.

Es half kein Zureden, kein Gebärmel, nichts. Schließlich stellten wir den Mann vor die Wahl, entweder jetzt zu arbeiten, oder er verlöre den Auftrag. Er ging. Der Frust, Ulf und ich blieben zurück.

„Meine“ Gärtner konnten dieses Verhalten auch nicht verstehen. Sie arbeiten öfter mit anderen Gartenbauern zusammen.

Ulf braute mir nach diesem Schock einen starken Kaffee, der mich sofort wieder aufgebaut hat und dann fuhren wir in unsere Gärtnerei und sprachen mit dem Chef. Er war bereit, einzuplanen, die Tannen auch noch zu fällen. Was für ein Glück! Denn er ist mit seinen Leuten mehr als gut ausgelastet. Allerdings ändert sich nun der Zeitplan. Aber egal.

Der Rest des Tages verlief dann sehr angenehm. Ich machte einige Bilder vom Zaubergarten und legte  selbst Hand an. Ich habe ein Tier entdeckt, das ich nicht kenne:

Für Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Auch heute war ich viel draußen. Ich habe die Edelrosen und die Wegrosen geschnitten, das wollte ich selbst machen, sie sind an meine Art des Rückschnitts gewöhnt. Den Rest des heutigen Nachmittags habe ich die Sonne auf der Terrasse genossen. Sie (die Terrasse, nicht die Sonne) wirkt jetzt viel größer, nachdem der Efeu ordentlich zurückgeschnitten wurde.

 

So sieht jetzt der Hof aus. Wenn er komplett frei von Unkraut ist, wird Sedum und Thymian eingesät. Sie halten das Unkraut zurück und sind trittfest. Außerdem duftet der Thymian so toll…

Der Zauberkater genießt die Terrasse auch sichtlich. Den Stuhl hatte ich für mich vorbereitet. Dann ging ich in die Küche, holte mir ein Eis. Als ich wieder kam, war mein Platz besetzt. Ich nahm ohne Murren  auf der Bank Platz. 

Das ist Liebe…

 

Bevor ich für heute schließe, möchte ich noch ein Wort zum ersten Bild diese Beitrags verlieren.

Diese Aufnahme gelang mir vor ungefähr zwei Wochen. Noch nie war ich einem Regenbogen so nah. Das Bild habe ich nicht verändert. Der Himmel war sehr ungewöhnlich.

Das wollte ich Euch nicht vorenthalten.

Gute Nacht.

 

 

 

 

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Update

Der Zaubergarten benötigt ein update.

Grund dafür ist weniger der Garten denn die Gärtnerin.

Schon die letzten Jahre haben sich die Anzeichen dafür gehäuft, aber ich war blind. Obwohl ich sehend bin. Schließlich bin ich Fotografin.

Aber diese Blindheit ist eine andere. Ich konnte die Symptome nicht richtig deuten.

Es zeigte sich, dass ich nicht mehr in der Lage war, meine Ansprüche zu erfüllen.

Mir fehlte Zeit.

Zunächst nur ein bisschen. Ich konnte einiges von dem, was ich mir vorgenommen hatte, nicht mehr erledigen.

Irgendwie wurden die Tage immer kürzer. Das fand ich merkwürdig. Aber es war Fakt: ich konnte in 24 Stunden nicht mehr soviel bewältigen, wie zuvor.

Ich hatte mich zu entscheiden: schreibe ich zum Beispiel am Blog oder erledige ich meine Hausarbeit. Für beides fehlte mir plötzlich die Zeit.

Dachte ich.

Und dann der Garten.

Mähen, jäten, anpflanzen, kleine Korrekturen durchführen , planen, wieder mähen, Grasschnitt irgendwie entsorgen (irgendwann kann ich das viele Gras nicht mehr im eigenen Garten unterbringen), wieder jäten (Ackerwinde!!!!!!), mähen……

Mein Haushalt ist während der Gartensaison sowieso immer mehr vergammelt.Ich konnte nur eines haben: einen schönen Garten O D E R einen gepflegten Haushalt.

Ich habe meine Leidenschaften vernachlässigt: Schreiben, Fotografieren, Filzen (ich weiß schon garnicht mehr, wie Rohwolle aussieht).

Und dabei wurden mit jedem Jahr die Tage immer irgendwie kürzer. Ich fand das, physikalisch betrachtet, sehr geheimnisvoll und vor allem – lästig.

Meine Ansprüche blieben gleich:

ich wollte einen gepflegten Haushalt, einen wunderbaren Zaubergarten, meine Blogs mit Hingabe schreiben (ich hatte und habe so viele Ideen, die ich aber nur im Kopf  ausformuliert habe), meine Fotokarten gestalten und zu alledem abends auf der Terrasse sitzen, entspannt und  u n a n g e s t r e n g t, wie die tollen Frauen, die mir von überall her zulächeln  (überall = Zeitschriften, Werbung, Filme, also absolut lebensnah) lesen, oder ein Glas Wein mit Freundinnen trinken, dabei humorvoll, geistreich und voller Esprit plaudern.

Die Realität war:

ich konnte entweder meinen Haushalt, die Blogs oder den Garten pflegen, mich dann abends komplett zerknittert auf die Terrasse setzen, ein Glas Wein trinken, um dann sofort in mein Bett zu entschwinden.

Das war unbefriedigend!

Ich ging zum Arzt, lies mein Blut analysieren, erwartete geheimnisvolle, kräftezehrende Mangelerscheinungen oder gar Krankheiten, welche diese Veränderung hätten erklären können.

Heraus kam: ich war voll fit. Super fit. Und absolut kerngesund. Zum Glück. Als mir mein Arzt dieses Ergebnis offenbarte, wurde er meiner Überraschung gewahr. Ich schilderte ihm mein Dilemma. Und dann erkannte ich, wenn auch unter großen seelischen Schmerzen, dass er ein weiser Mann sein muss.

Denn er sagte zu mir folgende Worte:

„Das ist das Alter. Das nennt man: die Leistungsfähigkeit nimmt ab. Obwohl Sie für Ihr Alter wirklich sehr fit sind.“ Au!!!!!!

Ich war empört und beleidigt. Allerdings muss ich gestehen, dass ich damals (das war vor zwei Jahren) schon tief in mir drin gespürt habe, dass er Recht hatte. Ich wollte es nur nicht sehen. Und somit bin ich wieder bei der Blindheit angelangt.

Jetzt bin ich endlich bereit, es anzunehmen. Älter werden, heißt nicht, dass ich mich in eine senile Greisin verwandle. Zumindest nicht gleich zu Beginn. Und mit Glück auch später nicht. Aber es heißt, sich mit schwindenden Kräften zu arrangieren. Und entweder die Ansprüche herunter zu schrauben (wozu ich in keinster Weise bereit bin) oder Hilfstruppen zu mobilisieren, die mir einen Teil der Arbeit abnehmen.

Ich habe mich für die Hilfstruppen entschieden, was bedeutet, meinen Garten einem Gärtner und seinem Team anzuvertrauen. Er gärtnert auch wild und biologisch und ich freue mich über diese Partnerschaft.

Heute haben sie begonnen, die Versäumnisse der letzten beiden Jahre aufzuräumen. Mit viel Liebe und Herzblut. Ich finde es sehr schön, dass einzelne, winzige Pflänzchen, welche mir am Herzen liegen, sorgsam freigelegt (und nicht umgelegt) werden. Und dass die Männer außerordentlich achtsam mit den Pflanzen umgehen.

Morgen fotografiere ich den Garten. Diese Vergabe wird ein Prozess, der spannend und erfreulich zu werden verspricht.

Zu altern bedeutet für mich mittlerweile, gelassener zu sein, Kontrolle abgeben zu können und entspannter zu leben. Und zugeben zu können, dass ich nicht alles alleine schaffen kann. Aber es auch nicht muss.

Das ist wirklich befreiend.

Und falls es jemand interessieren sollte, ich bin 58 Jahre alt.

 

 

 

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Time

Jeder sitzt da

und

weiß alles

Nur damit

er nichts fragen

muss.

Lauter Durchblicker

im

Nebel der

Zeit.

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Weihnachtsgruß

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Es wird Zeit

Öffnet Eure Augen und Ohren.

Seht und hört, was in der Welt passiert .

Und vor allem:

Denkt!

Selbst.

Kauft nicht die vorgedachte Wahrheit.

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Abschied

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Schriftsteller (Alp-)Traum

Unendlich große Papierrollen
schneeweiß und
unbefleckt.

Da sitzt Du nun
– alle Deine Ideen
                       weg!

Die Einfälle vom
Blütenweiß
erstickt erwürgt erdrosselt
                       tot

Weiß – weißer gehts
nicht.
Weiße Trauerraben
marschieren
augenlos über das
Papier
und fressen die spärlichen
schwarzen Buchstaben
                       auf
                       au
                       a

 

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Be lionhearted oder: von Hasen- und Löwenherzen

 

Ich bin ein Löwenherz. Ich habe oft Angst. Aber ich nehme all meinen Löwenmut zusammen, um sie zu überwinden. Mut haben bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern, ihr zu begegnen, um mit ihr fertig zu werden.

Ich brauche neben mir Löwenherzen. Menschen, die bereit sind, für sich Verantwortung zu übernehmen und für ihre Überzeugung einzutreten. Menschen, die zeigen, wer sie sind und was sie wollen. Menschen, die sich dadurch angreifbar machen. Menschen wie ich.

Nur so können wir Kompromisse finden, um ein Stück des Weges gemeinsam gehen zu können.

Nur so können wir Nähe erleben.

Nur so können wir leben.

Ich wünsche Euch allen ganz viel Löwenmut!

 

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Frühling 2016

Hallo Welt, es ist wieder soweit – die Gartensaison hat begonnen. Ich konnte es kaum erwarten und habe schon an den ersten leicht wärmeren Tagen ( = bei ungefähr 5 Grad), begonnen, ein klein wenig im Garten zu arbeiten. Aufräumarbeiten. Denn ich schneide weder Pflanzen im Herbst ab, noch wird Laub entsorgt, damit die kleinen Insekten, Würmchen , Käferlein und was da sonst noch so kreucht und fleucht, eine gute Winterbehausung haben. Und es darf auch im Frühling nicht zu früh Ordnung geschaffen werden, sonst sind die armen Tierlein erledigt. Und was wäre ein Zaubergarten ohne tierische Bewohner?

Also, nur ein bisschen was arbeiten im Garten. Leere Blumentöpfe säubern. Fegen (man glaubt ja nicht, wie schmutzig so eine Terrasse werden kann, obwohl sie keiner betritt), Begutachten, welche Pflanzen sich wie entwickeln könnten und Pläne für das neue Gartenjahr schmieden.

Ich hatte so eine Sehnsucht danach, wieder im Garten sein zu können!

Aber jetzt ist es soweit.

Endlich.

Da der Zaubergarten noch nicht soviel an Pflanzensensationen zu bieten hat, hier ein paar Fotos von seinen Bewohnern.

Viel Spaß dabei!

 

Ein neuer Bewohner es Zaubergartens

Ein neuer Bewohner es Zaubergartens

Noch einer

Noch einer

Die nette Blaumeise

Die nette Blaumeise

Und ihre Kollegin, die Kohlmeise

Und ihre Kollegin, die Kohlmeise

Ein Spatz

Ein Spatz

Die Glücksbringer beenden auch langsam ihren Winterschlaf.

Die Glücksbringer beenden auch langsam ihren Winterschlaf.

Was siehst Du?

Was siehst Du?

Frühlingsboten

Das Vergissmeinnicht ist so schön.

Die gefüllte Primel, rosenähnlich

Die gefüllte Primel, rosenähnlich

Ein nettes Arrangement

Ein nettes Arrangement

Kein Frühling ohne Forsythie!

Kein Frühling ohne Forsythie!

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